Hoffnung schenken: Hornhauttransplantationen retten Augenlicht
Das kleine Stück Gewebe kann Wunder bewirken: Eine Hornhauttransplantation sorgt für klare Sicht und verbessert die Lebensqualität erheblich.
Allein im Jahr 2025 haben Augenärzte der Universitätsklinik Homburg 724 Hornhäute transplantiert und damit vielen Patientinnen und Patienten – darunter auch Kinder und Jugendliche – das Augenlicht gerettet.
Trotz vergleichsweise vieler Spenden reicht die Zahl der verfügbaren Hornhäute bei weitem nicht aus. Bundesweit warten rund 6.000 Menschen auf eine Transplantation. In Homburg stehen derzeit etwa 380 Patientinnen und Patienten aus Deutschland, Luxemburg und Lothringen auf der Warteliste.
Ein zentrales Problem: Nur rund 40 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.
Spitzenmedizin in Homburg
Die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) unter der Leitung von Prof. Dr. Berthold Seitz zählt zu den führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet. Seit sechs Jahren trägt sie den Namen Klaus-Faber-Zentrum für Hornhauterkrankungen. Angeschlossen ist die Lions Hornhautbank Saar-Lor-Lux (Trier/Westpfalz).
Gemeinsam mit Oberärztin Dr. Isabel Weinstein wirbt das Team aktiv für mehr Organspendebereitschaft. Als Ärzte wollen sie mit gutem Beispiel vorangehen und möglichst viele Menschen dazu bewegen, einen Organspendeausweis auszufüllen oder sich im Organspenderegister einzutragen.
Liegt kein Spenderausweis vor, müssen Angehörige eine Entscheidung treffen, die dem mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person entspricht.
Moderne Medizin mit hoher Erfolgsquote
Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut des Auges trüben. Die Folge kann ein erheblicher Verlust des Sehvermögens bis hin zur Erblindung sein.
Eine Hornhauttransplantation gehört heute zu den häufigsten und erfolgreichsten Gewebeverpflanzungen und kann vielen Betroffenen das Augenlicht zurückgeben.
Die Spenderhornhaut kann bis zu 72 Stunden nach dem Tod entnommen werden. Weder das Alter des Verstorbenen noch eine frühere Operation, etwa am Grauen Star, spielen dabei eine Rolle.
Wichtig ist auch: Der Eingriff erfolgt würdevoll, das äußere Erscheinungsbild des Verstorbenen bleibt unverändert.
Unterstützung für die Hornhautbank
Um den Transport der Spezialisten und der Spenderhornhäute zu erleichtern, besteht der Wunsch, ein eigenes Fahrzeug für die Hornhautbank anzuschaffen.
Hier engagieren sich die Lions Clubs der Region: Unter der Leitung von Dr. Frank Kiefer planen mehrere Clubs Benefizaktionen, um die Anschaffung eines Fahrzeugs zu ermöglichen.
Ziel ist es, rund 30.000 Euro für ein E-Fahrzeug zu sammeln, damit die medizinische Versorgung weiter verbessert werden kann.
Beteiligt sind Lions Clubs aus Saarlouis, Merzig, Lebach, Völklingen, Heusweiler, Dillingen, Saar-Nied und Saarschleife Orscholz sowie mehrere Leo Clubs aus der Region.
Benefizaktionen geplant
Zur Unterstützung der Initiative sind verschiedene Aktionen vorgesehen, darunter Konzerte, Sportveranstaltungen und Flohmärkte.
Ein erster Termin steht bereits fest:
Am Sonntag, 26. April 2026 lädt der Lions Club Saarschleife zu einer Benefiz-Wanderung im Dreiländereck ein. Die Route führt vom Europa-Museum in Schengen hinauf zum Stromberg und wieder zurück. Für Verpflegung ist gesorgt.
Gemeinsam helfen
Was den Gründern des Lions Clubs vor 100 Jahren wichtig war, gilt bis heute: das Engagement für Menschen in Not und die Unterstützung von Menschen mit Augenkrankheiten.
Jede Spende hilft, Leben zu verändern – und Menschen wieder zu neuem Sehen zu verhelfen.
(Quelle: Saarbrücker Zeitung, 06.03.2026)


